TOMATE prüft, wie gut sich die TOMP-Spezifikation in der Version 2.0 für die österreichische Mobilitätslandschaft eignet. Das Projekt pilotiert die Spezifikation in echten Systemen, bewertet sie technisch und wirtschaftlich und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab. So entsteht eine belastbare Grundlage für die Frage, wo und wie sich TOMP in Österreich einsetzen lässt.
TOMATE und TAPAS: zwei Projekte, ein Ziel
TOMATE und TAPAS prüfen beide, wie gut sich die TOMP-Spezifikation in der Version 2.0 für die österreichische Mobilitätslandschaft eignet. Beide Projekte wurden im selben Schwerpunkt der Ausschreibung „Digitale Transformation in der Mobilität 2025" des Klima- und Energiefonds beauftragt und setzen auf unterschiedliche Akteur:innen und ergänzende Methoden.
TAPAS validiert die Spezifikation gezielt bei agilen, privatwirtschaftlichen Transport Operators und Mobility Platforms. TOMATE testet die Integration im Zusammenspiel mit den führenden öffentlichen Mobilitätsplattformen Österreichs. In zwei Streams mit den Schwerpunkten „Stakeholder" und „Technik" stimmen sich beide laufend ab.
Auftrag und Einordnung
In Österreich hat fast jeder Mobilitätsanbieter eigene Datenschnittstellen zur digitalen Information oder Buchbarkeit. Das macht die Integration von Sharing- und On-Demand-Angeboten in Mobilitätsplattformen zur multi- und intermodalen Buchung aufwendig und teuer. Ein echtes Plug & Play gibt es bislang nicht.
Ein Teil des Projektteams arbeitet seit mehreren Jahren in den BMIMI-Arbeitsgruppen an Rollenbeschreibungen und einem Maßnahmenkatalog zur Digitalisierung und Buchbarkeit von Mobilitätsdiensten mit. Die zentrale Erkenntnis daraus: Ein gemeinsamer Standard wie die TOMP-API bringt nur dann Vorteile, wenn er sich langfristig durchsetzt und flexibel für künftige Anforderungen bleibt.
TOMATE steht für „TOMP-API-Orientierte Mobilitätsintegration: Analyse, Tests und Empfehlungen". Das Projekt sammelt belastbare Erfahrungswerte, identifiziert Erfolgsfaktoren und erarbeitet einen konkreten Umsetzungsplan für Österreich. Die Laufzeit reicht von Juni 2026 bis Mai 2028.
Was TOMATE untersucht
Das Projekt geht mehreren Fragen nach:
- Welche funktionalen, technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Anforderungen und Lücken es zwischen der TOMP-API und bestehenden Schnittstellen gibt.
- Wie sich On-Demand-, Park- und Carsharing-Dienste in der Praxis über TOMP in Mobilitätsplattformen integrieren lassen.
- Welcher Aufwand und welche Qualität sich bei proprietärer Integration, TOMP-basierter Direktanbindung und Anbindung über einen Aggregator ergeben.
- Wo relevante Stakeholder national und international beim Einsatz standardisierter Schnittstellen stehen und wie sie die Learnings aus den Pilotintegrationen einordnen.
- Welche Kosten, welcher Mehrwert und welche Wirkungen sich durch bessere Integration erzielen lassen, etwa Verhaltensänderung, Verlagerung und Emissionsreduktion.
Die Antworten fließen in Umsetzungsempfehlungen für die TOMP-API ein, inklusive Roadmap mit Entscheidungslogik. Die Kernergebnisse sind ein öffentlicher Leitfaden, ein KPI-Set und, abhängig vom Ergebnis des Variantenvergleichs, ein Proof of Concept für eine Adapter-Lösung.
Drei reale Pilotintegrationen
TOMATE testet die TOMP-API in drei Konstellationen, die gemeinsam die relevanten Integrationsvarianten abdecken, von der direkten Anbindung bis zur Aggregation. Ein einheitlicher Bewertungsrahmen aus Zielbild, Erfolgskriterien, Messlogik und Testprotokollen macht die Ergebnisse aus allen drei Piloten vergleichbar.
Bedarfsverkehr
Direkte Integration eines On-Demand-Bedarfsverkehrs in eine Mobility Platform.
Parken
Direkte Integration eines Angebots zur Parkplatz-Buchung in eine Mobility Platform.
Carsharing
Prüfung der TOMP-API in der Roaming-Logik von Carsharing-Anbietern.
Wie wir vorgehen
Die Arbeit baut in fünf Schritten aufeinander auf:
Analyse
Die Anforderungen von Transport Operators, Mobility Platforms und Aggregatoren erheben und mit der TOMP-API sowie bestehenden internationalen Schnittstellen abgleichen.
Rahmensetzung
Die Rahmenbedingungen für eine vergleichbare Messbarkeit festlegen: Bewertungsrahmen, Monitoring-Template und Testprotokolle.
Pilotierungen
Die drei Integrationen (On-Demand, Parken, Carsharing) iterativ umsetzen und Aufwände, Lösungen und Gaps dokumentieren.
Evaluierung
Die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Aufwände und den Nutzen unter Einbindung einer breiten Stakeholder-Landschaft bewerten (Wirkungsanalyse).
Ergebnis
Alle Erkenntnisse konsolidieren und die Handlungsempfehlungen inklusive Roadmap in einem Umsetzungsplan bereitstellen.
Zentrale Ergebnisse
Am Ende steht eine belastbare Entscheidungsgrundlage für den weiteren Umgang mit der TOMP-API als Datenstandard:
- ein Umsetzungsplan für Österreich nach Roll-out-Szenarien, inklusive Handlungsempfehlungen und Entscheidungslogik (Guidance)
- eine Gap-Matrix und ein KPI-Set sowie Erfahrungsberichte aus den Piloten mit Aufwands- und Kostenbenchmarks
- Governance-Empfehlungen zu Rollen, Zuständigkeiten und Verbindlichkeit bei Festlegung und Pflege der Schnittstellenvorgaben
Das Konsortium
Das Konsortium vereint Transport Operators, Mobility Platforms, Softwareunternehmen und wissenschaftliche Organisationen. Dazu kommen zahlreiche nationale und internationale Unterstützer:innen. Fachlich begleitet wird TOMATE außerdem von Edwin van den Belt, einem der Mitinitiatoren der TOMP-Spezifikation.
Nutzen und Verwertung
Die TOMP-API ist eine Datenschnittstelle zwischen Mobilitätsorganisationen. Eine erfolgreiche Umsetzung von TOMATE wirkt auf mehreren Ebenen:
Für Österreich und die öffentliche Hand
Bund, Länder und Verkehrsverbünde erhalten eine praxiserprobte Entscheidungsgrundlage dafür, wann sich der Einsatz der TOMP-API tatsächlich lohnt. Das erleichtert die Weichenstellung in Ausschreibungen, Digitalstrategien und Governance-Vorgaben und hilft, Fehlinvestitionen in ungeeignete Schnittstellenlösungen zu vermeiden.
Für Transport Operators, Mobility Platforms und Aggregatoren
Unternehmen bekommen belastbare Zahlen zu Aufwand, Kosten und Nutzen der verschiedenen Integrationsvarianten. Das senkt das Risiko von Fehlentscheidungen bei künftigen Integrationsprojekten. Steht am Ende zusätzlich ein Proof of Concept für einen API-Adapter zur Verfügung, sinkt der technische Aufwand künftiger Integrationen weiter.
Für Endkund:innen und den Umweltverbund
Sharing- und On-Demand-Angebote werden leichter auffindbar und direkt buchbar. Das macht multimodale Wegeketten attraktiver und schafft Anreize, vom eigenen Auto auf öffentlichen Verkehr und ergänzende Mobilitätsformen umzusteigen.
Internationale Anschlussfähigkeit
Die Ergebnisse sind nicht allein für Österreich relevant, sondern auch international anschlussfähig.
Austausch mit der Branche
TOMATE stimmt die Ergebnisse laufend mit der österreichischen Mobilitätsbranche ab, unter anderem bei den Arbeitsgruppen-Meetings der BMIMI AG MDMS und bei den TOMP Round Tables im Rahmen von TAPAS. Umgekehrt fließen die Erkenntnisse aus dem Projekt in die Weiterentwicklung der internationalen TOMP-Spezifikation ein.







